Vorstandsmitglieder aus Deutschland und FrankreichDas diesjährige Treffen der beiden Vorstände der deutschen und französischen Franz-Stock-Vereinigungen fand vom 10.-12. Oktober im Maison Diocésaine Saint-Francois de Sales in Amiens statt.

Die Begegnung begann mit der offiziellen Eröffnung der Franz-Stock-Ausstellung der Amis de Franz Stock in der Universität der Picardie „Jules Verne“ (in der Bibliothek der Zitadelle). Es schloss sich ein ausführliches Gespräch mit den Besuchern an, zu denen auch die Tochter eines von Franz Stock betreuten zum Tode Verurteilten gehörte. Die Ausstellung fand in einer von der Universität veranstalteten Reihe „Fraternité“ (Brüderlichkeit) statt.

Neben der immer wieder wichtigen und befruchtenden Begegnung der Mitglieder standen an den beiden folgenden Tagen diese Themen im Zentrum:

  • Durch die Herausgabe des Tagebuchs von Franz Stock und weiterer Texte ist das Interesse an ihm und seinem Wirken weiter geweckt worden. U.a. hat der französische Schriftsteller Alexandre Najjar zu seinem Roman „Harry und Franz“ animiert, der in Frankreich auf große Resonanz gestoßen ist. Mit ‚Harry’ ist der französische Filmschauspieler Harry Baur gemeint, den Franz Stock im Gefängnis betreut hat.
    An einer überarbeiteten Auflage des Tagebuchs wird gedacht.
  • In Verbindung mit der 70-Jahrfeier der öffentlichen Gedenkfeier für Franz Stock am 03. Juli 1949 in der Kirche Saint-Louis des Invalides, der Bischofskirche der röm.-kath. Diözese der französischen Armee, sind weitere Veranstaltungen geplant.
  • Eine Filmproduktion ist an das Komitee wegen einer möglichen Fernsehdokumentation über Stock herangetreten.
  • Ein sehr ausführlicher und interessanter Punkt war die Beschäftigung mit dem ‚Stacheldrahtseminar’ in Le Coudray: Mit sehr großem Engagement sorgen die Mitglieder der AFS in Chartres, dass durch Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte, Führungen u.a. das Gebäude genutzt und an seinen Zweck erinnert wird. So ist der Zuspruch durch rund 5.000 Besucher im Jahr sehr erfreulich. Unter ihnen sind besonders viele Jugendliche. Als eine neue Hauptaufgabe stellt sich die Konzeption einer neuen Dauerausstellung. Es gibt bereits sehr gute Planungsvorschläge. Eine große Herausforderung ist jedoch die Finanzierung. Dazu wurden entsprechende Überlegungen angestellt.
  • Auch das Thema ‚Seligsprechung’ wurde angesprochen. Das Verfahren wird in Rom fortgeführt.
  • Die Bemühungen, in Straßburg bzw. Brüssel Erinnerungsorte an Franz Stock zu schaffen, waren bisher erfolglos. Das Anliegen soll aber weiter verfolgt werden.
  • Es wurden Überlegungen angestellt, ein Buch über Franz Stock zu erarbeiten, das durch inhaltliche, graphische und bildmäßige Gestaltung einem weiteren Leserkreis entgegenkommt.
  • Bericht über die Erinnerung an Franz Stock im neugestalteten Sauerland-Museum unter dem Leitwort ‚Versöhnung’.
  • Bericht über die Messe im Fernsehen anlässlich des 70. Todestages von Franz Stock am 25. Februar. Diese überzeugte inhaltlich und thematisch und, was die telefonische Kontaktaufnahme zeigt, hat sie überdurchschnittliche viele Nachfragen hervorgerufen.
  • Aus finanziellen Gründen musste das Angebot, eine neugeschaffene Skulptur „Der Wanderer mit dem Fisch“ des dt.-fr. Künstlers Erich Engelbrecht vor dem Stacheldrahtseminar aufzustellen, abgelehnt werden.
  • Die neue Wanderausstellung „Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“, die das Komitee im Februar 2018 vorstellen konnte, hat großen Zuspruch erhalten. Sie wurde u.a. in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin ausgestellt. Anschließend war sie in Erfurt und Angermünde. Sie wird in diesem Jahr noch in Hassloch und Olpe zu sehen sein. Für 2019 wird sie zu einem noch nicht festgelegten Termin im Landtag in Düsseldorf, in Meschede (Kreishaus und St. Walburga-Kirche)informieren. Weitere Orte haben bereits angefragt. Die bisherige Wanderausstellung ist weiterhin im Einsatz. Derzeit wird sie in Zielona Góra / Grünberg (Polen) ebenfalls in der Universitätsbibliothek ausgestellt.

In 2019 lädt der Vorstand des Franz-Stock-Komitees für Deutschland nach Aachen ein.