Wanderausstellung im St.-Ursula-Gymnasium Arnsberg-NeheimCorona bedingt bot sich in den letzten Monaten keine Gelegenheit, die Wanderausstellung "Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit" weiter auszuleihen. Dennoch konnte der Plan, sie mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 bis Mitte September im St. Ursula-Gymnasium in Arnsberg-Neheim auszustellen und in den Unterricht einzubeziehen, mit Erfolg umgesetzt werden. Der folgende Text von Kathrin Bierhoff, Schülerin im Grundkurs Geschichte Q2, für die Schulhomepage vermittelt einen Eindruck vom Besuch eines „alternativen Klassenzimmers“.

Besuch der Franz-Stock-Ausstellung der Geschichts-GKs der Q2 31.08.2020

Die Schüler und Schülerinnen der Q2 besuchten die Wanderausstellung „Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“ im Forum des SUG. Zusammen mit Thomas Bertram, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Franz-Stock-Komitees für Deutschland e.V., besichtigten sie dieses „alternative Klassenzimmer“ und nutzten es als reichhaltige Erweiterung für die Abiturvorbereitung.
Geschichte mit Prägungsgarantie

Bereits im Vorfeld der Besichtigung befassten sich die rund 20 Schüler(innen) gemeinsam mit Lehrer Fabian Timpe im Geschichtsunterricht mit der Person Abbé Franz Stock. Wohl jeder aus Neheim und Umgebung kennt den Namen Franz Stock, sei es durch das nach ihm benannte Gymnasium, die nach ihm benannte Straße, Gedenkstätten oder Ausstellungen zu Ehren seiner Person. Doch die Gesamtheit seiner historischen Leistung, die Franz Stock für seine Mitmenschen erbracht hat, war dennoch nicht jedem in ausreichendem Maße bekannt. So brachten schon die Vorbereitungen viele bewegende Erkenntnisse über Stocks Wirken zum Vorschein.

Am Vortag des 81. Jahrestages des Zweiten Weltkriegs am 1. Septembers 1939 begannen wir nach einer informativen Vorbereitung durch Herrn Bertram, die Ausstellung zu erkunden. Durch weitergehende Zusatzinformationen, die Herr Bertram und Herr Timpe uns gaben, stellten wir komplexere Gedankengänge an, die uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Abschließend reflektierten wir unsere Eindrücke und diskutierten die Relevanz solcher außerordentlichen Lernerfahrungen.

Wir waren beeindruckt von der selbst- und bedingungslosen Hilfe, die Franz Stock vielen Menschen zuteilwerden ließ. Diese Aufopferung für seine Mitmenschen macht Stock zu einem bewundernswerten Menschen, dessen Handeln für den Frieden, geleitet durch seinen Glauben, uns bewegte.

Zu sehen, in welch grausamen Zeiten Stock Bedeutendes tat, rief in uns Schock und Dankbarkeit zugleich hervor. Wir waren dankbar für alles, was Abbé Stock uns hinterließ und für unser Glück, so unbeschwert in Frieden und Freiheit aufwachsen zu dürfen.

Die Betrachtung des Lebens von Franz Stock zeigte uns, wie ausschlaggebend das Handeln eines jeden einzelnen Menschen ist und dass jeder entscheidend zum Geschehen in der Welt beitragen kann. Nicht nur die vielen Einzelschicksale, die Abbé Stock einschneidend mitprägte, sondern auch den hohen Verdienst an der heutigen Deutsch-Französischen-Freundschaft nahmen wir als ein Handeln mit Vorbildcharakter wahr. Die Relevanz von Geschichte besonders für Jugendliche rückte am Beispiel Stocks in den Fokus, denn Geschichte wird eben nicht nur in weiter Ferne geschrieben, sondern direkt in unserer Region.

Schlussendlich sollten wir stets bedenken, dass Geschichte auch immer aus Personen besteht, wie wir am Beispiel eines jungen Priesters aus unserer Stadt erfahren haben.

Fotos: St.-Ursula-Gymansium Arnsberg-Neheim